Wie kannst du KI-Texte menschlicher machen, damit deine Werbung nicht nach KI klingt?

Von Wolfram von Gagern · Veröffentlicht am

Kurz gesagt

KI-Texte menschlicher machen heißt in der Werbung vor allem: ihnen Substanz geben. Die meisten Leser erkennen KI-Texte nicht sicher. In einer Studie von Russell und Kollegen (2025) erkannten Leser, die selbst viel mit KI schreiben, KI-Texte dagegen sehr zuverlässig, an Mustern wie typischem KI-Vokabular, Gegensatzformeln und Dreierlisten. Ein Humanizer, also ein Tool zum automatischen Umformulieren, tauscht typische Wörter und Formulierungen aus, den Inhalt ändert das nicht. Menschlicher wird ein Entwurf in 6 Schritten: Material statt Adjektive, direkte Leseransprache, Beleg für jede Behauptung, eine Musterliste für die KI, eine Überarbeitung von Hand und ein Stil, an dem du dauerhaft festhältst.

Dein Mailing ist fertig. ChatGPT oder Claude hat es geschrieben, und beim Lesen merkst du: Das klingt nach KI. Glatt und austauschbar. Hier zeige ich dir, wie du solche KI-Texte menschlicher machen kannst, ohne sie Wort für Wort neu zu schreiben.

KI-Detektoren auszutricksen ist dabei nicht das Ziel. Ein Werbetext muss deinen Leser zum Bestellen bringen. Was ein KI-Detektor zu ihm sagt, ist dafür völlig unerheblich.

Ich schreibe seit über 20 Jahren Werbetexte, vor allem für Abo-Produkte und Fachverlage, und arbeite heute mit KI‑Unterstützung. Meine Sicht als Texter: Klingt ein Text nach KI, fehlt ihm meistens etwas. Selten ist nur ein Wort zu viel drin.

Woran erkennen Leser KI-Texte?

Ob jemand einen KI-Text erkennt, hängt vor allem davon ab, wer liest.

Laien erkennen KI-Texte kaum. In 6 Experimenten mit 4.600 Teilnehmenden konnten Menschen KI-generierte Profiltexte von Freiberuflern, Airbnb-Gastgebern und Dating-Nutzern nicht von menschlichen unterscheiden (Maurice Jakesch und Kollegen, PNAS, März 2023). Getestet wurde mit den damaligen Modellen GPT-2 und GPT-3. Die Teilnehmenden folgten falschen Faustregeln: Ich-Form, umgangssprachliche Kurzformen oder Familienthemen hielten sie für menschlich.

Auch Fachleute liegen oft daneben. 63 Lehrende einer deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften bewerteten Textauszüge von 200 bis 300 Wörtern (Alexandra Fiedler und Jörg Döpke, 2025). Sie erkannten 57 % der KI-Texte und 64 % der menschlichen richtig, nur wenig besser als der Zufall. Bei KI-Texten auf professionellem Niveau lagen weniger als 20 % der Lehrenden richtig.

Wer viel mit KI schreibt, erkennt KI-Texte sehr gut. Jenna Russell, Marzena Karpinska und Mohit Iyyer ließen 300 englische Sachtexte beurteilen (ACL 2025). Per Mehrheitsentscheid lagen 5 solche Leser nur bei 1 von 300 Texten falsch. Damit schnitten sie besser ab als die meisten getesteten KI-Detektoren, auch bei umformulierten und „humanisierten“ Texten. Die Leser achteten auf typisches KI-Vokabular, aber auch auf Förmlichkeit, Originalität und Klarheit.

Laut einer repräsentativen Studie von ARD MEDIA (Mai 2026) sind 61 % der Befragten häufig unsicher, ob eine Werbung mit KI erstellt wurde. Zugleich nutzen 52 % solche KI-Anwendungen mindestens wöchentlich. Ich vermute, die Zahl der geübten Leser wächst.

Welche Merkmale verraten KI-Werbetexte?

Eine ausführliche Sammlung von KI-Merkmalen steht in der englischen Wikipedia, auf der Projektseite „Signs of AI writing“. Die Autoren warnen selbst: Manche Merkmale taugen nur zusammen mit anderen als Hinweis. Für Werbetexte zählen 4 Gruppen: Wortwahl, Satzbau, Satzzeichen und Inhalt.

Wortwahl: Floskeln und KI-Vokabular

Sprachmodelle haben Lieblingswörter. Dmitry Kobak und Kollegen werteten über 15 Mio. Fachzusammenfassungen der medizinischen Datenbank PubMed von 2010 bis 2024 aus (Science Advances, Juli 2025). Mit dem Aufkommen der Sprachmodelle wurden bestimmte Stilwörter sprunghaft häufiger. Mindestens 13,5 % der Zusammenfassungen von 2024 wurden demnach mit einem Sprachmodell bearbeitet, in manchen Teilbereichen bis zu 40 %.

Die Studie betrifft englische Fachtexte, und die Lieblingswörter wechseln. Das englische „delve“ (sich vertiefen) war laut Wikipedia 2023 und Anfang 2024 ein typisches ChatGPT-Wort und ging 2025 stark zurück.

Satzbau: Gegensatzformeln und Dreierlisten

Wikipedia beschreibt unter anderem 2 Satzmuster, die in KI-Text auffallend oft vorkommen. Das eine ist die Gegensatzformel: „nicht nur …, sondern auch“ oder „Das ist kein X. Das ist Y.“ Solche Sätze klingen, als räumten sie ein Missverständnis aus, das niemand hatte. Das andere ist die Dreierregel: 3 Adjektive oder 3 kurze Satzteile hintereinander. Sie lässt eine oberflächliche Aussage gründlicher wirken.

Ein Beispiel ist der Wabenbrief, ein ausgedachtes Monatsheft für Hobby-Imker. Ohne Material schreibt eine KI darüber gern so:

Der Wabenbrief ist nicht einfach ein Magazin, sondern dein Begleiter durchs Bienenjahr. Kompetent, praxisnah und inspirierend – für gesunde Völker, reiche Ernten und mehr Freude am Imkern.

In diesen 2 Sätzen stecken eine Gegensatzformel, 2 Dreierlisten und ein Gedankenstrich als Verstärker. Schwerer wiegt, was fehlt: die Leseransprache und ein Beweis. Der Text passt auf jedes Imker-Heft.

Satzzeichen: der Gedankenstrich

Die Vorliebe der Sprachmodelle für den langen Geviertstrich (englisch „em dash“) ist laut Wikipedia inzwischen einigermaßen berüchtigt. Sie setzen ihn öfter als Menschen, die nicht beruflich schreiben, und oft dort, wo Menschen eher ein Komma, eine Klammer oder einen Doppelpunkt setzen. Aussagekräftig ist das aber nur zusammen mit anderen Merkmalen. Seit September 2026 vermerkt die Seite, dass das Merkmal in aktuellen Modellen seltener zu werden scheint.

Im Deutschen ist der Gedankenstrich der Halbgeviertstrich (–), mit Leerzeichen davor und dahinter. Den doppelt so langen Geviertstrich nennt die deutsche Wikipedia in deutschsprachigen Fließtexten unüblich. In einem deutschen Werbetext fällt er deshalb doppelt auf.

Meine Regel: Wo ein Komma, ein Punkt oder eine Klammer passt, steht das. Einen Gedankenstrich setze ich nur für einen echten Einschub, und dann den kurzen.

Inhalt: Behauptungen ohne Beweis, Text ohne Leser

Das stärkste Signal eines KI-Werbetextes steckt aus meiner Sicht im Inhalt. Laut Wikipedia fällt es Sprachmodellen schwer, neutral zu bleiben. Selbst im Lexikonstil rutschen sie in Werbesprache, mit denselben Floskeln, egal worum es geht. In echter Werbung klingt der Text dadurch austauschbar. Typisch sind:

  • Adjektive ohne Beleg. „Hochwertig, innovativ, einzigartig“, aber keine Zahl und kein Test, die das zeigen.
  • Kein Leser, für und an den geschrieben wird. Der Text könnte an jeden gehen.
  • Alle Vorteile gleich laut. Nichts ist wichtiger als der Rest.
  • Ein schwammiges Angebot. Was bekommt der Leser, zu welchem Preis, bis wann?

Floskeln und Striche sind Symptome. Die Ursache ist fehlendes Material.

Warum klingen KI-Texte so oft gleich?

KI-Texte klingen oft gleich, weil ein Sprachmodell, vereinfacht gesagt, Wort für Wort schreibt und bevorzugt Fortsetzungen wählt, die nach seinem Training wahrscheinlich sind. Ohne eigenes Material bekommst du deshalb eine Art Durchschnitt aus unzähligen Werbetexten. Der klingt nach Werbung, aber nicht nach deinem Produkt.

Auch der Grundton macht KI-Texte gleichförmig. Laut Wikipedia fallen KI-Texte ohne weitere Anweisung positiv und wortreich aus. Im Werbetext wird daraus ein Ton, der niemandem wehtut und niemanden packt.

Wie kannst du KI-Texte in 6 Schritten menschlicher machen?

Die wichtigsten Reparaturen an KI-Texten setzen schon beim Auftrag an: Die Schritte 1 bis 4 ändern, was die KI bekommt. Schritt 5 ist Handarbeit am Entwurf, Schritt 6 spart dir die Wiederholung.

Schritt 1: Gib der KI Material statt Adjektive

„Schreib emotional und überzeugend“ ist ein Auftrag, aus dem eine KI vor allem Adjektive macht. Gib ihr stattdessen, woraus Gefühl und Überzeugung entstehen: die Lage des Lesers, eine Zahl, eine echte Kundenstimme mit Namen und Freigabe, einen Einwand, auf den der Text antworten muss.

Ein vollständiges Briefing für die KI zeigt der Beitrag Werbetexte mit KI schreiben, die verkaufen. Ein Satz gehört immer hinein: „Fehlt dir eine Angabe, schreib [FEHLT] und erfinde nichts.“

Schritt 2: Schreib für und an einen Leser, nicht für alle

Ein Text für alle klingt nach KI, weil er niemandem etwas Bestimmtes sagt. Leg deshalb einen Leser fest, so genau, dass du ihn vor dir siehst. „Imker“ ist zu grob. „Hobby-Imker mit 3 Völkern im 2. Jahr, der sich jeden Spätsommer fragt, ob er rechtzeitig gegen die Varroa-Milbe behandelt“ ist ein Mensch.

Sag der KI außerdem, wie viel dieser Leser schon weiß (seine Bewusstseinsstufe nach Eugene Schwartz) und ob du ihn duzt oder siezt. Davon hängt ab, womit der Text anfängt.

Schritt 3: Mach jede Behauptung konkret

Geh den Entwurf Satz für Satz durch und frag bei jedem Adjektiv: Woran merkt der Leser das? Gibt es eine Zahl, ein Beispiel oder einen Beleg, kommt das in den Text. Gibt es nichts, fliegt die Behauptung raus.

Beim Wabenbrief von oben könnte das so aussehen, alle Angaben sind ausgedacht:

Du hast 3 Völker und fragst dich jeden August, ob du rechtzeitig gegen die Varroa behandelst? Der Wabenbrief sagt dir jeden Monat auf 1 Seite, was an deinen Beuten jetzt zu tun ist. In Ausgabe 8: der Behandlungsplan für die Zeit nach der letzten Honigernte, zum Abhaken.

Aus „praxisnah“ ist ein Monatsplan auf 1 Seite geworden, aus „kompetent“ ein Behandlungsplan. Der Leser erkennt sich gleich im 1. Satz wieder. Gegensatzformel, Dreierlisten und Gedankenstrich sind nebenbei verschwunden.

Schritt 4: Gib der KI eine Musterliste mit

Eine Anweisung wie „Schreib natürlich“ ist zu vage. Konkrete Regeln kann die KI befolgen, und du kannst nachprüfen, ob sie es tut. Schreib zu jedem Verbot dazu, was stattdessen gelten soll. Eine Musterliste für Werbetexte könnte so aussehen:

  • Schreib per du und in kurzen Sätzen, höchstens 3 Sätze pro Absatz.
  • Lass Wörter wie „nahtlos“, „maßgeschneidert“, „ganzheitlich“ und „Mehrwert“ weg. Sag stattdessen, was das Produkt konkret tut.
  • Keine Gegensatzformeln wie „Das ist kein X, das ist Y“. Sag direkt, was es ist.
  • Keine Aufzählung mit 3 Punkten, nur weil 3 gut klingen. Nimm so viele Punkte, wie es Gründe gibt.
  • Jede Behauptung braucht eine Zahl, ein Beispiel oder einen Beleg aus dem Briefing. Sonst lass sie weg.
  • Keinen langen Gedankenstrich. Wenn ein Gedankenstrich, dann der kurze (–), höchstens 1 pro Absatz.

Eine solche Musterliste drängt die typischen Muster zurück. Sie ersetzt aber nicht das Material aus Schritt 1 bis 3.

Schritt 5: Überarbeite von Hand

Die KI liefert den Entwurf, den letzten Durchgang machst du. Dabei helfen 4 Handgriffe:

  • Laut lesen. Wo du stolperst oder dich langweilst, stolpert auch dein Leser.
  • Den Anfang prüfen. KI-Texte nehmen oft Anlauf. Probier, ob der Text mit dem 2. oder 3. Satz stärker beginnt.
  • Den Rhythmus brechen. Sind alle Sätze gleich lang, setz einen ganz kurzen dazwischen. So.
  • Listen zählen. Stehen da 3 Punkte, weil es 3 Gründe gibt, oder weil 3 gut klingt?

Absichtlich Fehler einzubauen, wie es manche Ratgeber empfehlen, hilft aus meiner Sicht nicht (mehr dazu in den Fragen unten).

Schritt 6: Halte deinen Stil fest, statt ihn jedes Mal neu zu erklären

In ChatGPT und Claude kannst du Regeln als feste Anweisungen hinterlegen, für alle Chats oder für ein Projekt, damit die KI sie bei jedem Text kennt. Deinen Stil kann die KI aus 2 oder 3 eigenen Texten ableiten, die gut funktioniert haben. Diese Regeln prüfst und korrigierst du, bevor du sie hinterlegst.

In copywriting-ki, das ich selbst gebaut habe, sagst du im Chat „merk dir das“, und die Regel landet im Memory, dem Langzeitgedächtnis der App. So kannst du Schreibregeln dauerhaft hinterlegen, etwa „Immer konkrete Zahlen als Ziffern“. Deinen Klang legst du als eigenen Copywriting-Stil an, auf Wunsch aus deinen Texten analysiert. Wie Texte aus copywriting-ki ganz ohne Nachbearbeitung klingen, zeigen 3 Kampagnen als unveränderte Originaltexte: nicht perfekt, und gerade deshalb gut zum Üben mit der Musterliste.

Können Humanizer KI-Texte menschlicher machen?

Humanizer machen KI-Texte nur an der Oberfläche menschlicher. Ein KI-Humanizer ist ein Tool, das einen KI-Text automatisch umformuliert und dabei Wörter, Satzlängen und Satzbau ändert. Viele Anbieter werben damit, dass der Text danach in KI-Detektoren als menschlich durchgeht. Für Werbung zielt das an der Sache vorbei.

KI-Detektoren sind unzuverlässig. Sie liegen laut Wikipedia über dem Zufall, haben aber spürbare Fehlerquoten und sind anfällig für Umformulierungen. Über deinen Werbetext entscheidet ohnehin dein Leser.

Geübte Leser lassen sich schwer täuschen. Bei Russell und Kollegen erkannten sie auch humanisierte Texte besser als die meisten Detektoren. Humanisiert hatten die Forscher selbst: Die KI bekam eine Liste typischer KI-Merkmale, die sie vermeiden sollte.

Ein Humanizer macht aus „hochwertig“ dann etwa „erstklassig“. Der Beweis fehlt danach genauso. Ich glaube, einem erkennbaren KI-Werbetext fehlt fast immer Substanz, und die liefert kein Synonym.

FrageHumanizerÜberarbeitung
Was ändert sich?Wörter, Satzlänge, SatzbauMaterial, Leser, Belege, Klang
Worauf zielt es?oft auf einen unauffälligen Wert im KI-Detektorauf die Bestellung
Was passiert mit einer Behauptung ohne Beleg?Sie bleibt, nur anders formuliert.Sie bekommt einen Beleg oder fliegt raus.

Muss ein Werbetext menschlich klingen, um zu verkaufen?

Ein Werbetext muss vor allem glaubwürdig klingen, und genau da wird KI heikel. In der Studie von ARD MEDIA stimmen 45 % der Befragten zu, dass eine Marke durch KI moderner wirken kann. Zugleich riskiert die Marke laut ARD MEDIA, weniger vertrauenswürdig und glaubwürdig zu wirken. 77 % halten eine Kennzeichnung KI-generierter Werbung für wichtig (ein Wunsch der Befragten, keine Aussage über die Rechtslage).

Jakesch und Kollegen zeigten sogar, dass sich KI-Texte gezielt so bauen lassen, dass sie „menschlicher als menschlich“ wirken. Menschlich klingen kann eine KI also.

Ich bin überzeugt: Verkauft wird mit Relevanz und Beweis. Ein Text, der die Lage des Lesers trifft und jede Behauptung belegt, wirkt fast von selbst menschlich, weil er nach jemandem klingt, der das Produkt kennt. Menschlich klingen ist das Mittel. Das Ziel bleibt die Bestellung.

Häufige Fragen zu menschlicheren KI-Texten

Woran erkennt man einen KI-Text am schnellsten?

Am schnellsten erkennt man einen KI-Text an Mustern, die gehäuft auftreten: typische Floskeln, Gegensatzformeln wie „nicht nur …, sondern auch“, Dreierlisten und allgemeines Lob statt konkreter Angaben. Ein einzelnes Merkmal beweist nichts. In einer Studie von Russell, Karpinska und Iyyer (ACL 2025) erkannten Leser, die selbst viel mit KI schreiben, KI-Texte sehr zuverlässig. Wer KI selten oder nie zum Schreiben nutzt, lag dort etwa beim Zufall.

Ist ein Gedankenstrich ein Beweis für einen KI-Text?

Nein, ein Gedankenstrich allein beweist keinen KI-Text. Laut Wikipedia setzen Sprachmodelle den langen Geviertstrich zwar öfter als Menschen, die nicht beruflich schreiben. Aussagekräftig ist das aber nur zusammen mit anderen Merkmalen, und in aktuellen Modellen scheint der Strich seltener zu werden. Im Deutschen ist der Gedankenstrich ohnehin der kurze Halbgeviertstrich (–) mit Leerzeichen. Ein langer Strich in einem deutschen Text ist deshalb ein Hinweis, mehr nicht.

Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Humanizer und einer Überarbeitung?

Ein Humanizer formuliert einen KI-Text automatisch um, mit anderen Wörtern und anderem Satzbau, oft mit dem Ziel, dass KI-Detektoren ihn nicht mehr erkennen. Eine Überarbeitung ändert den Inhalt: Sie ergänzt Belege, schreibt für einen bestimmten Leser und streicht, was nicht stimmt oder nichts sagt. Für Werbetexte zählt die Überarbeitung, weil am Ende der Leser entscheidet, ob er bestellt.

Können KI-Detektoren einen Werbetext zuverlässig als KI-Text erkennen?

Nein, KI-Detektoren erkennen Werbetexte nicht zuverlässig. Laut Wikipedia liegen sie über dem Zufall, haben aber spürbare Fehlerquoten und sind anfällig für Umformulierungen. In einer Studie an einer deutschen Hochschule (Fiedler und Döpke, 2025) schnitten Lehrende und Detektoren etwa gleich ab, beide nur wenig besser als der Zufall. Für Werbung ist die Frage ohnehin zweitrangig, denn ob ein Text wirkt, entscheidet der Leser.

Wie bringe ich der KI meinen eigenen Schreibstil bei?

Gib der KI 2 oder 3 eigene Texte, die gut funktioniert haben, und lass sie deinen Stil als Regeln beschreiben: Satzlänge, Anrede, typische Einstiege, Wörter, die du nie benutzt. Prüf und korrigier diese Regeln, bevor du sie verwendest. Dann hinterlegst du sie dauerhaft, zum Beispiel als feste Anweisung in deinem KI-Werkzeug, statt sie in jedem Chat neu zu erklären. Zur Probe legst du den nächsten Text der KI neben ein Original von dir.

Sollte man absichtlich Fehler einbauen, damit ein KI-Text menschlich wirkt?

Nein, davon rate ich ab. Wikipedia führt fehlerfreie Grammatik ausdrücklich als untaugliches KI-Merkmal, weil viele Menschen fehlerfrei schreiben. Fehlerfrei heißt also nicht verdächtig. In der Werbung kosten Fehler aus meiner Sicht Glaubwürdigkeit, erst recht bei Preisen, Namen und Zahlen.

Fazit

KI-Texte menschlicher machen heißt in der Werbung: erst Substanz, dann Stil und Text. Geübte Leser erkennen KI-Texte sehr zuverlässig an Mustern wie Floskeln und Gegensatzformeln. Ein Humanizer ändert Wörter, einen fehlenden Beweis ersetzt er nicht. Gib der KI Material und einen bestimmten Leser, belege jede Behauptung, nutze eine Musterliste, überarbeite von Hand und halte deinen Stil dauerhaft fest. Dann klingt der Text nach jemandem, der das Produkt kennt.

Quellen

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