Big Ideas entwickeln und sammeln
Wie du im Briefing die eine Leitidee findest, mehrere Big Ideas sammelst und vergleichst, die stärkste zur Leitidee machst und eine Big Idea einem Projekt zuordnest.
Warum die Big Idea zählt
Ein starkes Mailing hat viele Argumente. Aber es hat nur einen Gedanken, der sie alle zusammenhält. Das ist die Big Idea: die eine Leitidee, die den ganzen Text trägt. Der rote Faden, der aus vielen Argumenten ein Argument macht.
Ohne sie zerfällt ein Text in eine Liste guter Punkte, und der Leser springt ab. Mit ihr zieht sich ein Sog durch die ganze Seite: Headline, Einstieg, Beweise, Angebot, alles zahlt auf denselben Gedanken ein. Deshalb ist die Big Idea keine Deko, sondern die wichtigste Entscheidung, die du vor dem Schreiben triffst.
Wichtig: Die Big Idea ist keine Headline und kein Slogan. Sie ist der Gedanke dahinter, aus dem du später zehn Headlines ableiten kannst. Sie steht als kurze interne Notiz, nicht als fertiger Werbesatz.
Und sie entsteht zum Schluss. Nicht, weil sie unwichtig wäre, sondern weil sie auf allem aufsetzt, was du vorher herausgefunden hast: auf der Produktrecherche, der Empathy Map, den tiefenpsychologischen Fragen und dem Stil. Erst wenn du die Zielgruppe wirklich verstehst, findest du den Gedanken, der bei ihr zündet.
Wo die Big Idea lebt
Die Big Idea sitzt im Briefing, im Reiter Big Ideas, neben den Reitern Produktrecherche, Empathy Map, Tiefenpsychologie und Copywriting-Stil.

Aber sie ist anders gebaut als die drei Briefing-Teile davor. Die sind feste Bausteine: von jedem gibt es genau einen, sauber gespeichert und versioniert. Der Copywriting-Stil wiederum ist ein Eintrag in der Stilbibliothek, davon können mehrere aus einem Briefing entstehen. Die Big Idea dagegen hat eine eigene Sammlung. Du kannst mehrere davon zu einem Produkt sammeln, nebeneinander, und dich erst später festlegen.
Das ist Absicht. Bei den Fakten (was kostet das Produkt, was fürchtet die Zielgruppe) gibt es eine richtige Antwort. Bei der Leitidee gibt es mehrere gute Wege, und der beste zeigt sich oft erst im Vergleich. Deshalb zwingt dich die App hier nicht zur frühen Festlegung.
In der Sammlung markierst du genau eine Big Idea als Leitidee. Die ist die, mit der später geschrieben wird. Die anderen bleiben als Vorrat erhalten, falls du den Winkel doch noch wechseln willst. Zusätzlich kannst du eine Big Idea einem Projekt zuordnen, dazu weiter unten mehr.
Der schnelle Weg: aus dem Briefing-Agenten
Am einfachsten kommt die erste Big Idea von selbst. Wenn du im Briefing auf „Briefing-Agent starten“ klickst, arbeitet der Agent die Schritte nacheinander ab: erst die drei Briefing-Teile, dann den Copywriting-Stil, als letzten Schritt die Big Idea (solange ihr Schalter eingeschaltet ist, das ist die Voreinstellung). Er baut sie also genau aus dem, was er gerade vorher erarbeitet hat.
Die fertige Big Idea landet direkt in der Sammlung und wird gleich zur Leitidee. Du musst nichts weiter tun. Steht sie erst mal, kannst du sie behalten, nachschärfen oder eine zweite danebenstellen.
Der einzelne Weg: eine neue Big Idea anlegen
Du willst nicht den ganzen Briefing-Agenten starten, sondern nur eine Big Idea (dazu)? Geh in die Big-Idea-Sammlung und klick auf „+ Neue Big Idea“. Es öffnet sich ein kleines Formular mit drei Wegen.
Mit KI entwickeln. Oben im Formular sitzt der Kasten „✨ Mit KI entwickeln“. Gib der KI eine Richtung und klick auf „Big Idea entwickeln“. Sie zieht sich die vorhandene Recherche und baut daraus einen Vorschlag, Titel und Text. Die Richtung ist optional, leer lassen geht auch, dann entwickelt die KI frei aus der Recherche.
Eine Richtung schärft das Ergebnis. Zum Beispiel:
- „mechanismus-zentriert, Fokus Zeitersparnis“
- „stärker auf den Sicherheits-Schmerzpunkt“
- „auf den Wunsch nach Anerkennung, nicht auf die Angst“
Eine bestehende überarbeiten. Öffnest du eine schon vorhandene Big Idea mit „Bearbeiten“, heißt der Kasten „✨ Mit KI überarbeiten“. Du sagst, was anders werden soll („knapper“, „überraschender“, „weg von der Angst, hin zum Idealzustand“), und die KI schreibt gezielt um, statt alles neu zu würfeln.
Selbst tippen. Du musst die KI nicht bemühen. Titel rein, Text ins Inhalts-Feld, fertig. Das Inhalts-Feld ist der Dokumenten-Editor, du formatierst wie überall in der App. Gut, wenn du die Idee schon im Kopf hast und sie nur festhalten willst.
Unten setzt du bei Bedarf das Häkchen „Als Leitidee verwenden“ und speicherst mit „Anlegen“. Die allererste Big Idea eines Briefings wird automatisch zur Leitidee, da musst du nichts extra anklicken.
Sammeln, vergleichen, eine zur Leitidee machen
Der eigentliche Sinn der Sammlung: Leg dich nicht zu früh fest. Entwickle zwei oder drei Big Ideas aus verschiedenen Winkeln und stell sie nebeneinander.
- Eine, die den Schmerz in den Mittelpunkt stellt.
- Eine, die das schöne Ergebnis zeigt, den Idealzustand.
- Eine, die mit einem überraschenden Mechanismus spielt, einem „Deshalb funktioniert es“.
In der Liste siehst du jede mit Titel und einer kurzen Vorschau. Die aktuelle Leitidee trägt ein Kennzeichen. Willst du eine andere zur Leitidee machen, klick bei ihr auf „Als Leitidee“. Es ist immer genau eine Leitidee aktiv, die alte tritt automatisch zurück. Über „Bearbeiten“ feilst du an einer, über das kleine ✕ wirfst du eine raus, die nichts taugt.
So arbeitest du wie am Reißbrett: mehrere Entwürfe, in Ruhe verglichen, einer gewinnt. Und die Verlierer bleiben liegen, du kannst jederzeit umschwenken.
Was die Leitidee dann bewirkt
Die markierte Leitidee ist nicht bloß ein Häkchen. Sie ist die Idee, mit der die KI schreibt.
Wählst du das Briefing später im Chat aus, nimmt die KI automatisch die Leitidee als roten Faden für den ganzen Text, solange im Chat keine andere Big Idea gewählt ist. Headline, Einstieg, Argumente, Schluss richten sich daran aus. Dabei dosiert die KI die Idee bewusst: Die Landingpage entfaltet sie vollständig, ein Mailing deutet sie an und führt zum Klick, eine Anzeige trägt nur ihren Kern. So zieht sich derselbe Gedanke durch die komplette Kampagne, egal ob daraus eine Landingpage wird, ein Mailing oder eine Anzeige. Du entscheidest die große Linie einmal, und sie hält den ganzen Text zusammen.
Die übrigen Big Ideas rührt die KI dabei nicht an, sie liegen im Vorrat. Machst du eine davon zur neuen Leitidee, schreibt die KI ab dem nächsten Auftrag mit der neuen Linie, und zwar in jedem Chat, der auf der Leitidee steht. Hat ein Chat eine bestimmte Big Idea gewählt, über den Button 💡 Big Idea oder über ein Projekt, bleibt er bei ihr.
Big Ideas an Projekten
Eine Big Idea entsteht im Briefing. Du kannst sie aber zusätzlich einem Projekt zuordnen, also einem Kunden, einem Produkt oder einem Ordner. Das lohnt sich, wenn mehrere Produkte ein gemeinsames Briefing nutzen, eines davon aber seine eigene Leitlinie bekommen soll.
Ein Beispiel: Am Kunden „Musterverlag“ hängt ein Briefing für alle seine Ratgeber, mit der Leitidee „Wissen, das sich sofort auszahlt“. Für das Produkt „Gartenratgeber“ legst du in diesem Briefing eine zweite Big Idea an, „Der Gartenkalender im Kopf“, und ordnest sie dem Gartenratgeber zu. Neue Chats am Gartenratgeber schreiben dann mit ihr, Chats an den übrigen Ratgebern weiter mit der Leitidee.
So geht es: Unter Projekte das Projekt öffnen, in den Reiter Big Ideas gehen, eine Big Idea aus der Liste wählen und auf Zuordnen klicken. In der Liste steht hinter jeder Big Idea der Name ihres Briefings, weil mehrere oft gleich heißen. Die erste zugeordnete wird Standard, mit Als Standard wechselst du.

Ein Chat an diesem Projekt oder an einem Projekt darunter bekommt die Standard-Big-Idea als Vorauswahl, solange kein näheres Projekt eine eigene hat. Sie darf aus einem anderen Briefing stammen als das Briefing des Chats, und sie wirkt auch, wenn der Chat gar kein Briefing hat. Übernommen wird sie einmal, wenn du dem Chat das Projekt zuordnest. Über den Button 💡 Big Idea im Chat wählst du bei Bedarf eine andere. Wie die Ebenen zusammenspielen, steht in der Anleitung Projekte: Kunden, Produkte und Ordner.
Woran du eine starke Big Idea erkennst
Damit du deine eigenen Entwürfe beurteilen kannst, zwei Merkmale, an denen sich gute von schwachen Big Ideas trennen:
Sie hat einen Mechanismus. Eine schwache Big Idea sagt „unser Produkt ist besser“. Eine starke sagt, warum es funktioniert, und zwar so, dass der Leser innehält und denkt „das habe ich so noch nicht gehört“. Dieses „Deshalb“ ist das Herzstück. Ohne es bleibt jede Idee austauschbar.
Sie ist neu, aber glaubwürdig. Zu brav, und keiner schaut hin. Zu wild, und keiner glaubt es. Die goldene Regel: differenziert genug für Aufmerksamkeit, vertraut genug für Glaubwürdigkeit. Eine gute Big Idea spricht etwas aus, das der Leser insgeheim schon ahnt, nur schärfer und klarer, als er es je gedacht hat.
Kurzer Test: Hat ein Wettbewerber genau das schon so gesagt? Dann such einen neuen Winkel. Und: Würde der Leser nach dem ersten Satz denken „interessant, wie geht das“? Wenn ja, trägt die Idee.
Und dann?
Steht deine Leitidee, ist die Vorarbeit rund. Geh in den Chat, wähl das Briefing und schreib. Die KI kennt jetzt dein Produkt, deine Zielgruppe, ihre tiefen Motive, den Stil und die eine Idee, die alles trägt. Aus dem Fundament wird Text, und der Text hat von der ersten Zeile an eine Richtung.